The Game – Face to Face

The Game - Face To Face Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

The Game – ein Spiel, welches so vieles falsch macht, aber auch so vieles richtig: 2015 schaffte Steffen Benndorf dieses kooperative Kartenspiel, welches sogar auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres landete. Doch stand es auch durchaus in der Kritik, diese bezog sich jedoch keineswegs auf das Spielprinzip. Der Name stellt jedoch ein Problem dar, zumindest wenn man irgendwo danach sucht. Bei Boardgamegeek werden einem direkt 55 Seiten mit Einträgen zu dem Suchbegriff “The Game” angezeigt, man muss auf der ersten Seite bis nach unten scrollen, um das richtige Spiel zu finden. Außerdem stören sich einige Gemüter am Artwork mit den düsteren Totenköpfen, weswegen die Schweizer von Game Factory eine neutralere Ausgabe veröffentlicht haben. Der Nürnberger Spielkartenverlag versuchte bereits im vergangenen Jahr mit The Game Extreme an den Erfolg anzuknüpfen. Diese “extreme” Variante mit Sonderfunktionen für geübte Spieler konnten wir bisher noch nicht besiegen. Doch schon in diesem Jahr legt der NSV nach und zwar eine Version für genau zwei Spieler. Das ist mittlerweile bei vielen Spielen üblich, doch kann man The Game selbst auch ganz gut zu zweit spielen. Braucht man da noch eine eigene 2 Spieler-Variante?

Hanamikoji

Hanamikoji Cover
Cover / Foto: Kosmos Verlag

Wenn ich mir meine diesjährige Herbst-Ausbeute so ansehe, ist eines zu erkennen: 2-Personen-Spiele mit japanischen Thema scheinen im Trend zu liegen. Bei TA-KE von Huch! sind die Spieler in der Rolle als Shogun unterwegs, um ihren Einfluss am kaiserlichen Hof zu vergrößern und bei Okiya von Pegasus dreht sich alles um Geishas im heimischen Garten. Auch der Kosmos-Verlag möchte seinen Teil vom Kuchen abbekommen und hat Hanamikoji lokalisiert, bei dem es sich ebenfalls um Geishas dreht. Diese versuchen die Spieler im eigenen Restaurant anzustellen, um mehr Gäste anzulocken und sich somit der Konkurrenz gegenüber einen Vorteil zu verschaffen.

Codenames Duett

Codenames Duett Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Ein erfolgreiches Spiel, welches sogar diverse Preise bekommen hat, will gepflegt werden. Normalerweise kommen in den Folgejahren alle möglichen Erweiterungen auf den Markt. Das könnte beim vergangenen Spiel des Jahres Codenames schwer werden, einfach nur neue Wortkarten würden sich sicherlich nur bedingt verkaufen lassen. Doch bisher schaffen es Autor und Verlag immer wieder neue, interessante Adaptionen am Markt zu etablieren. Zuerst folgte eine Variation mit Bild- statt Wortkarten – Codenames Pictures. Dies kam unterschiedlich an, während es in unseren Gruppen schwieriger eingestuft wurde und weniger Spaß bereitet, hörte ich auch schon genau das Gegenteil. So findet jeder seine liebste Variante, im Zweifelsfall kann man beide Versionen sogar mischen. Dann erschien noch im gleichen Jahr mit Codenames Undercover eine nicht ganz jugendfreie Version, die tatsächlich einfach “nur” neue Wörter enthält, seinen Reiz jedoch durch die anzüglichen Worte erhält. Was alle gemeinsam haben: Zu zweit oder dritt lässt es sich eher nicht so toll spielen, zwei Teams aus zwei oder mehr Personen sollte man mindestens zusammen bekommen. Bis jetzt, denn Codenames Duett schafft es das Spiel für zwei Spieler perfekt anzupassen und macht aus dem erbitterten Duell zweier Agenten-Teams ein kooperatives Duett.

BONK

BONK Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

2017 schaffte es das Geschicklichkeitsspiel Klask auf die Empfehlungsliste der Spiel des Jahres-Jury. Zwei Spieler können sich dabei mit ihren Figuren, die über Magnete auf der Unterseite des Spielbretts gesteuert werden, heiße Gefechte leisten. Wollen mehr Spieler daran teilnehmen, war bisher ein Turnier-Modus notwendig. Auf der diesjährigen Spiel in Essen konnte man allerdings erste Blicke auf eine runde Version von Klask für vier Spieler erhaschen. Leider habe ich es nicht geschafft, diese Version anzuspielen. Stattdessen konnte ich BONK spielen, den Nachfolger im Programm von Game Factory. Ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem man mit kleinen Stahlkugeln versucht, die größere Holzkugel in das gegnerische Tor zu befördern. Das sorgt für kurzweiligen Spaß und möchte ich euch hier im Detail vorstellen.

Knister

Knister Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Der Nürnberger Spielkarten-Verlag versucht dieses Jahr vor allem älteren Spielen neues Leben einzuhauchen. Dabei kam unter anderem Knister, eine Neuauflage von Würfel-Bingo, heraus. Erstmalig 2007 bei Ravensburger erschienen, schaffte es das kleine Würfelspiel im Erscheinungsjahr sogar auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres. Im verflixten siebten probierte der Verlag Schmidt Spiele eine Wiederbelebung, obendrauf gab es eine Variante mit größerem Raster. Und jetzt, 2017, versucht der NSV sein Glück. Wie ich hörte, war es auf der Spiel in Essen neben The Game – Face to Face besonders gefragt. Die Schachtel verspricht “KNISTER…zündet sofort!”, ob das auch bei uns der Fall war, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Shephy

Shephy Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Besonders auf der Spiel in Essen halte ich Ausschau nach Spielen, in denen sich alles um Schafe dreht. Und das ist Jahr für Jahr immer einiges, auch wann man denkt, dass dieser Trend langsam abebben müsste. Bereits letztes Jahr fiel mir das Solo-Spiel Shephy auf, doch die Illustrationen sprachen mich so gar nicht an und den Preis empfand ich auch zu hoch für ein reines Solo-Spiel. Dieses Jahr entdeckte ich den Stand wieder in Halle 1. Da ich mich mittlerweile doch ganz gerne dem ein oder anderen Solo-Spiel stelle, rückte es erneut in meinen Fokus. Und auf einmal schrecken mich die Illustrationen auch gar nicht mehr so dolle ab, mittlerweile finde ich sogar gefallen an so mancher Zeichnung.

Queendomino

Queendomino Cover
Cover / Foto_ Pegasus Spiele

Ein König hat ein wundervolles Königreich erbaut, doch ihm fehlt eine Dame an seiner Seite. Doch solch eine Dame kann das eigene Königreich ganz schön durcheinander bringen, wenn sie ihre Ideen umsetzt. Deswegen bekommt die Dame nun ihr eigenes Königreich. Queendomino ist nicht bloß eine Erweiterung, sondern ein komplett eigenständiges Spiel, welches ebenfalls als Erweiterung verwendet werden kann. Die Schachtel ist größer, als die des Spiel des Jahres, auch in der neuen Auflage. In der Version von Blue Orange Games ergeben die beiden Spiele eine gemeinsame Landschaft. Leider geht dies in der Pegasus-Version unter, weil der Pegasus-Rahmen das Bild auseinander zerrt. Ich kann die Hintergründe der Verwendung dieses Rahmens als Teil der Corporate Identity nachvollziehen, hier fällt es aber wieder eher unangenehm auf.

Pioneers

Pioneers Cover
Cover / Foto: Queen Games

Mittelamerika, Ende der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts: Viele Europäer strömen nach Amerika, um dort den amerikanischen Traum zu leben. Von der Ostküste breiten sie sich aus in Richtung Westen, nehmen das unbesiedelte Land ein und lassen sich dort nieder. In den Orten werden bestimmte Berufsgruppen dringend gesucht, die sich dort ein neues Leben aufbauen können. Die anderen ziehen weiter, um ihr eigenes Glück in einer der anderen Städte zu finden. Dieses Szenario ist die Grundlage in Emanuelle Ornellas Pioneers, welches bei Queen Games erschienen ist. Natürlich hätte man das Ganze auch mit Loks, Eisenbahnstrecken und Bahnhöfen umsetzen können, aber so fühlt es sich thematisch etwas frischer an.

Gier

Gier Cover
Cover / Foto: Amigo Spiele

Gier – nur vier Buchstaben, jedoch mit einer klaren Bedeutung. Der Duden sagt dazu, es handelt sich um ein “auf Genuss und Befriedigung, Besitz und Erfüllung von Wünschen gerichtetes, heftiges, maßloses Verlangen”. Und um genau dieses Verlangen dreht sich alles beim gleichnamigen Kartenspiel von Erfolgsautor Alexander Pfister. Das Verlangen, einem Mitspieler eine ausliegende Karte zu stehlen, die man selbst gut gebrauchen kann oder ihm einfach nicht gönnt. Zusätzlich dürfen alle Karten behalten werden, die man ihm von der Hand zieht. Es sei denn man ist zu gierig und zieht eine Zahl doppelt, dann ist der Spielzug vorbei und die Karten wechseln den Besitzer nicht. Daher sollte man nicht zu gierig sein… Doch ist dies leichter gesagt als getan!

Lanzeloth

Cover Lanzeloth
Cover / Foto: Mogel Verlag

Der Mogel-Verlag hatte nach den ersten drei Titeln Perlentauchen, Willi Wörterwurm und Tierisch bedroht dieses Jahr nur einen Titel in Essen dabei. Doch die intensive Arbeit an diesem Spiel hat sich gelohnt. Am besten lässt es sich mit Perlentauchen vergleichen, denn die Spieler spielen gegeneinander und können sich schön gegenseitig ärgern. Zusätzlich enthält es einen kleinen Memory-Aspekt, denn man darf sich die eigenen, verdeckt liegenden Karten nicht jederzeit ansehen, sondern nur bei bestimmten Aktionen. Die Grafiken sind sehr gelungen, es macht einfach Spaß mit den Karten zu spielen. Vom Ritter mit den Herzchen auf der Unterhose bis zum eigensinnigen Pferd. Erfahrt in dieser Rezension, was euch bei diesem Spiel noch erwartet.