Fugitive

Fugitive Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

„Die Nacht ist dunkel, bisher lief alles wie am Schnürchen. Doch jetzt ist sie mir auf den Fersen, ich kann schon fast ihren Atem in meinem Nacken spüren. Ich muss schneller werden, geschicktere Verstecke finden, um kurz durchatmen zu können. Es sind noch ein paar Meter bis zu dem Flugzeug, welches mich ein für alle mal in Sicherheit bringt. Mit dem Diebesgut werde ich ein neues Leben beginnen. Ich muss nur noch diese letzten Meter zum Ziel unentdeckt bleiben…“ – „Immer wieder derselbe Mist! Da sieht man den Feierabend schon vor Augen, doch kurz vor der Erlösung geht noch dieser Anruf ein und statt mit einem Cocktail an der Bar bin ich nun auf den Straßen unterwegs. Es ist vermutlich meine letzte Chance ihn zu erwischen. Doch er ist mir immer mindestens einen Schritt voraus. Selbst wenn ich das Gefühl habe, den Abstand zwischen uns zu verringern, schafft er es irgendwie noch eine Schippe drauf zulegen. Er darf mir nicht entkommen! Ich muss seine Wege besser voraussehen, um mich nicht ständig abhängen zu lassen…“.

Von dem Spiel, welches ich euch heute vorstellen möchte, existiert noch keine deutsche Version. Sollte es irgendwann  mal eine geben, müsste vermutlich ein neuer Titel gefunden werden. Die Übersetzung von Fugitive, ist nämlich Flüchtling und das würde vermutlich völlig falsche Assoziationen erwecken. Die Flüchtlingsproblematik spaltet das ganze Land, ja sogar ganz Europa. Doch hier soll es keineswegs um Politik gehen, sondern um ein spannendes Kartenspiel für genau zwei Spieler von Tim Fowers, welches 2016 über Kickstarter finanziert werden konnte. Dabei ist ein Spieler auf der Flucht, während der andere versucht ihn zu erwischen.

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Mercado

Mercado Cover

Cover / Kosmos Verlag

Wolfgang Warsch ist im aktuellen Jahrgang etwas einzigartiges gelungen: Drei seiner vier im Frühjahr herausgebrachten Spiele wurden von der SdJ-Jury nominiert. Auch Erfolgsautor Rüdiger Dorn hat in diesem Frühjahr zwei Spiele ins Rennen geschickt: Luxor und Mercado. Während das eine die Jury zur Nominierung zum Spiel des Jahres animiert hat, fliegt das andere gefühlt etwas „unter dem Radar“. Zudem ist es unglücklicherweise parallel zu Die Quacksalber von Quedinburg erschienen, bei dem ebenfalls Spielmaterial aus einem Beutel gezogen wird. Gegen letzteres kann Mercado leider optisch nicht mithalten, es wirkt eher bieder, besitzt nicht diesen Aufforderungscharakter. Doch ich möchte heute beleuchten, was sich hinter der Fassade befindet.

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Die Quacksalber von Quedlinburg

Die Quacksalber von Quedlinburg Cover

Cover / Schmidt Spiele

Quacksalber, ein merkwürdiges Wort. Es soll aus einer Aneinanderreihung der Worte quaken als Synonym für quatschen oder prahlen und Salber, also eine Person, die Salben verkauft, entstanden sein und geht damit auf die Zeit der Marktschreier zurück. In diesem Fall der Personen, die auf den Märkten für ihre Salben oder sonstige obskure Heilmethoden geworben haben. Wird Jemand als Quacksalber bezeichnet, wirft man ihm vor ohne notwendige Qualifikation oder Befugnis die Heilkunde auszuführen. Klingt eigentlich wenig erstrebenswert. Doch in diesem Spiel von Wolfgang Warsch, dem Shootingstar des aktuellen Jahrgangs, wollen wir uns die Eigenschaften eines waschechten Kurpfuschers aneignen und in unseren Kesseln merkwürdige Zutaten zusammen schmeißen. Diesen Tränke werden selbstverständlich mit Knallerbsen gestreckt, da die guten Zutaten alleine natürlich viel zu wertvoll wären. Wir wollen ja für unseren Geldbeutel das Beste heraus holen, wenn wir unser Gebräu auf dem Markt anbieten.

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Pulsar 2849

Pulsar 2849 Cover

Cover / Foto: Czech Games Edition

Der Weltraum – unendliche Weiten…Bis vor einiger Zeit war dies so gar nicht mein Thema. Erst vor Kurzem musste ich bei einer Partie Sag’s mir! Filme wieder feststellen, dass es neben Star Wars und Star Trek doch noch eine Menge anderer Titel dieses Genres gab, von denen ich zum Teil noch nie gehört habe. Aber spätestens seit Terraforming Mars, versuche ich mich bei Brettspielen auf fast jedes Thema einzulassen, um keine großartigen Spiele zu verpassen. Und so kam es auch dazu, dass wir beim Asmodee Burgevent im vergangenen Jahr mit einer Partie Pulsar 2849 in den Samstag starteten. Und ich war direkt begeistert. Nachdem Czech Games Edition das Spiel bereits in Essen verkauft hat, musste auf eine deutsche Version noch bis zum Frühjahr gewartet werden. Diese werde ich euch nun vorstellen.

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Ganz schön clever!

Ganz Schön Clever Cover

Cover / Foto: Schmidt Spiele

Würfelspiele sind häufig vom Glück bestimmt. Dabei müssen in der Regel alle Spieler damit leben, wie die Würfel fallen. Doch immer wieder schaffen es Autoren diesen zufälligen Anteil zu minimieren. Nach Noch Mal! im vergangenen Jahr, hat Schmidt Spiele im aktuellen Jahrgang wieder ein Würfelspiel in sein Programm aufgenommen. Die Serie „Klein & Fein“ wurde somit um ein weiteres Spiel bereichert, dessen Namen im Spiel oft referenziert wird. Während das Würfelspiel von Inka und Markus die Spieler animiert „Noch Mal!!, „Noch Mal!“ und „Noch Mal!“ zu rufen, hört man bei Ganz schön clever regelmäßig Aussagen wie „Das war jetzt aber ganz schön clever!“, wenn es einem Spieler gelingt interessante Kettenzüge auszulösen. Und frei nach der Redewendung „schlau wie ein Fuchs“, spielen auch diese intelligenten Tiere eine kleine Rolle.

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Die Städte von Splendor

Die Städte von Splendor Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Für mich ist Splendor noch immer ein exzellentes Spiel, vor allem um Nicht-Spieler an den Spieltisch zu bekommen und dennoch ein Spiel spielen zu können, das erfahrene Spieler dabei nicht zu Tode langweilt. Es ist schnell gespielt, bietet aber ausreichend taktische Tiefe, um nicht belanglos zu wirken. Es hat auch einen hohen Wiederspielreiz, da in jeder Partie die Karten und die Adeligen anders ausliegen und unterschiedliche Herangehensweisen ermöglichen. Da kann man sich schon die Frage stellen, ob solch ein Spiel wirklich eine Erweiterung benötigt. Für die Veröffentlichung haben sich Autor und Verlag immerhin drei Jahre Zeit genommen. Damit erscheint es nicht so, als hätte man auf den erfolgreichen Zug durch die SdJ-Nominierung aufspringen wollen, sondern die neuen Module ohne Zeitnot ordentlich zu Ende entwickelt und ausreichend getestet.

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Der Baum – Geister des Waldes

Der Baum Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Ein Spiel, bei dem Bäume im Mittelpunkt stehen, habe ich doch vor gar nicht allzu langer Zeit vorgestellt. Bei Photosynthese werden Samen ausgeworfen, um sie zu Bäumen in drei Größen heran wachsen zu lassen, bevor sie für Punkte abgeholzt werden können. Thematisch wundervoll umgesetzt, ist es vom Anspruch doch etwas höher, denn eigentlich verbirgt sich dahinter ein komplett abstraktes Optimierspiel. Wer ein locker-leichtes Familienspiel zum Thema Bäume sucht, sollte vielleicht einen Blick auf die deutsche Version von L’Arbre werfen. Der Orginaltitel klingt für mich allerdings sehr viel poetischer als das stumpfe Der Baum im Deutschen. Das Spiel dahinter ist jedoch dasselbe, wie das funktioniert und ob das zu gefallen weiß, könnt ihr im Folgenden lesen.

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Mein Traumhaus – Familienbesuch

Mein Traumhaus Familienbesuch Cover

Cover / Foto: Pegasus Spiele

Unterschiedliche Spieltitel in verschiedenen Sprachen sind immer so eine Sache. Während das Grundspiel im Original Dream Home benannt wurde, geht der deutsche Titel Mein Traumhaus völlig in Ordnung. Bei der Erweiterung finde ich den Originaltitel jedoch etwas cleverer, als die deutsche Version. Pegasus Spiele hat den Untertitel der Erweiterung mit Familienbesuch nach einem enthaltenen Modul gewählt. Kann man machen, wäre auch völlig in Ordnung, würde man das Original nicht kennen. Denn dort lautet der Untertitel 156 Sunny Street. Dabei stehen die Zahlen 1, 5 und 6 (vermutlich) für die neuen Spielerzahlen, welche durch diese Erweiterung ermöglicht werden. Solche Ideen finde ich einfach großartig! Funktioniert aber auch nur in der englischen Sprache so gut, Sonnenstraße 156 hätte vermutlich nicht dieselbe Wirkung. Für diese Rezension der Erweiterung setze ich die Kenntnis des Grundspiels voraus. Wer diese auffrischen möchte, kann sich gerne meine Rezension dazu durchlesen.

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Druids

Druids Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

Als ich diese Rezension begonnen habe und über das Spiel nachdachte, stellte ich mir die Frage über die Erwartungshaltung, die ein Spieler gegenüber einem Spiel hat. Schaut man auf das Cover von Druids sieht man eine mystische Person, die mit einigen okkulten Symbolen hantiert. Was das über das Spiel aussagt? Nix, wirklich gar nichts! Zwar bietet die Anleitung eine kurze Hintergrundgeschichte, die Spieler sollen in die Rolle der ersten Druiden schlüpfen und sich mit den fünf Domänen beschäftigen, doch im Spiel werden schlicht farbige Karten mit unterschiedlichen Werten ausgespielt. Dabei ist es völlig uninteressant, ob diese nun für Heilkunde, Gestaltwandlung oder Schöne Künste stehen. Aber das ist in Ordnung, in meinen Augen braucht solch ein kleines Kartenspiel kein richtiges Thema. Auf den ersten Blick erinnert es an Wizard, ein Stichspiel, und wer solche Spiele mag, kann bedenkenlos zu Druids greifen.

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Schnurrrlock Holmes

Schnurrrlock Holmes Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Es gibt Hundemenschen und es gibt Katzenmenschen, ich gehöre eindeutig zur ersten Kategorie. Mein Körper mag beide nicht, allergische Reaktionen geben mir dies regelmäßig zu spüren. Und hätte dieses Spiel nicht den Namen Holmes im Titel, hätte ich ihm vermutlich gar keine Beachtung geschenkt. Aber Schnurrrlock Holmes: Auf Mauziatys Fährte bietet einfach so tolle Wortspiele, da kam ich nicht dran vorbei. Dahinter verbirgt sich passenderweise ein Deduktionsspiel, welches ich euch im Folgenden vorstellen möchte.

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