Race to the New Found Land

Race to the New Found Land Cover

Cover / Foto: Schmidt Spiele

Der Hans im Glück Verlag veröffentlicht in jedem Spielejahrgang nur wenige Spiele, diese sind dafür qualitativ meist ganz vorne mit dabei. Dabei spricht der Verlag keine starre Zielgruppe an, vom Familienspiel bis zum Vielspieler-Highlight kann alles dabei sein. So konnte der Verlag in den Jahren 2014 und 2016 den Deutschen Spielepreis zu Recht ergattern. Da in Essen 2017 mir Majesty ein eher klassisches Familienspiel veröffentlicht wurde, waren die Hoffnungen große in die erste Neuheit 2018 mit diesem merkwürdigen Titel. Race to the New Found Land könnte als Wettlauf nach Neufundland verstanden werden, doch die englische Sprache bietet noch eine weitere Interpretation. Vor allem da die Worte getrennt voneinander geschrieben wurden, kann es auch als Wettrennen um das neu gefundene Land verstanden werden. Beides erscheint passend, doch was steckt genau dahinter?

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Watson & Holmes

Watson & Holmes Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Ich liebe die Geschichten rund um Sherlock Holmes, den fiktiven Meisterdetektiv des 20. Jahrhunderts. Sie sind immer spannend, mit interessanten Wendungen und so manches Ende sorgt für jede Menge Überraschung. Ob im Film oder einer der vielen Serien, ich rätsele vor der Mattscheibe immer mit. Dieses Miträtseln als Konzept für ein Spiel zu nehmen, wurde bereits in den 80ern erfolgreich umgesetzt und sogar mit dem Titel Spiel des Jahres prämiert. Dabei ging es kooperativ zu, doch das hat nun ein Ende. Denn seit 2015 können Spieler gegeneinander antreten, um zu ermitteln, wer nun wirklich in die Fußstapfen des Meisterdetektivs steigen sollte. Zunächst beim spanischen Verlag Ludonova erschien das Spiel nur auf spanisch und englisch. In Essen konnte man es anspielen, es sah auch wirklich interessant aus, doch der immense Textanteil lies mich davon Abstand nehmen. Doch nun haben die Space Cowboys die Zügel in die Hand genommen und unter anderem auch eine deutsche Version veröffentlicht.

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Was gibt’s zu Essen? – No.1

Was gibts zu Essen Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

„Was gibt’s zu essen“? – Diese Frage wird sicher in vielen Haushalten tagein, tagaus gestellt. Und auch ich möchte mich dieser Frage nun vermehrt annehmen. Doch bezieht sich die Frage an dieser Stelle nicht auf die Nahrungsaufnahme, sondern auf Neuerscheinungen auf der kommenden Veranstaltung Internationale Spieletage in Essen. Daher auch das große ‚E‘ im Titel ;-) Ich werde euch in unregelmäßigen Abständen über ausgewählte Herbst-Neuheiten informieren. Wie bereits im vergangenen Jahr werde ich die Pressetage von Corax Games, Queen Games, Kosmos und Pegasus Spiele in den kommenden Monaten besuchen und natürlich ausführlich davon berichten. Aber daneben möchte ich einfach ab und an meine Gedanken zu bestimmten Spielen teilen, die ich erwähnenswert empfinde.

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Dackel drauf!

Dackel Drauf! Cover

Cover / Foto: Ravensburger

Ich schwenke meinen Blick über die Karten, versuche gleiche Tiere im Kopf zusammenzulegen: Zwei Enten, zwei Schweine, zwei Schafe…ohh, wie süß! Halt, Konzentration! Zwei Enten, zwei Schweine, zwei Schafe, eine Ente, eine Katze, eine Maus und ein Hase. Nochmal: Zwei Enten, zwei Schweine, zwei Schafe, eine Ente,… – „Karten hinlegen!“ ruft der Startspieler. …, eine Katze, eine Maus, ein Hase, kann ich mich noch erinnern, während die Würfel klappern. Der Deckel hebt sich, ich schaue mir die Würfel an: Oh, vier Schafe, wie süß. Halt, Konzentration! Daneben sind drei Schweine, zwei Mäuse, zwei Dackel, eine Katze, ein Pferd, eine Ente und eine Kuh zu sehen. Also, vier Schafe, drei Schweine, zwei Katzen, zwei Dackel, eine Maus, ein Pferd, eine Ente und eine Kuh. Schafe und Schweine stehen reichlich zur Verfügung, Ente, Katze und Maus auch vorhanden, kein Hase! Ganz wichtig: KEIN Hase! Der Dackel, äh Deckel, ist wieder drauf und der Startspieler legt eine Ente. Also keine Ente mehr für mich. Der nächste Spieler legt eine Katze, also werde ich auch diese Karte nicht los. Ich spiele zunächst ein Schaf… – So ähnlich könnten die Gedankengänge während einer Partie Dackel drauf! beginnen. Was sich genau dahinter verbirgt, erfahrt ihr in dieser Rezension.

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Fairy Tile

Fairy Tile Cover

Cover / Foto: Huch!

Es war einmal…eine wunderschöne Prinzessin, die lebte friedlich und glücklich mit ihren Eltern im großen Schloss, abgeschottet von allem Bösen dieser Welt. Bis eines Tages der böse Drachen im Berg erwachte und die Stadt überfiel, wobei er die Prinzessin in seine Höhle verschleppte. Doch ein Ritter war mutig genug, die Prinzessin aus den gefährlichen Fängen zu befreien und in ihr geliebtes zu Hause zurück zu bringen, wodurch sich die Prinzessin unsterblich in ihn verliebte…Und sie lebten glücklich, bis ans Ende ihrer Tage. Kurz und knapp, könnte so ein Märchen zusammen gefasst werden. Bei Fairy Tile wurde ein Märchen genommen, in 36 Teile geschnitten und die Spieler haben nun die Aufgabe, die Geschichten nachzuspielen. Doch natürlich nicht gemeinsam, sondern gegeneinander. Ein Wettrennen um die besten Märchen, klingt interessant, oder etwa nicht?

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Noria

Noria Cover

Cover / Foto: Pegasus Spiele

Der Begriff Noria ist keine Wortschöpfung der Autorin oder des Verlags, so wurden früher Wasserschöpfräder benannt. Diese in Gewässern installierten Räder drehen sich um die eigene Achse und befüllen dabei Wasserkübel, die sich am obersten Punkt in ein Wasserbecken entleeren. Und Räder sind zentrales Element in diesem Erstlingswerk von Sophia Wagner, Gewinnern des Spieleautoren-Stipendium des Spiel des Jahres-Vereins im Jahr 2015. Schon dort ist sie mit einem Spiel angetreten, bei dem der sogenannte Wheelbuilding-Mechanismus zum Einsatz kam. Die Räder in dem heute betrachteten Spiel schöpfen allerdings kein Wasser, sie dienen der Aktionsauswahl und zugleich der Aktionslimitierung für die Spieler. Noria ist zudem der Name der fiktiven Welt, die diesem Spiel zu Grunde liegt.

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Azul

Azul Cover

Cover / Foto: Pegasus Spiele

Auch auf diesem Blog wurde schon einiges über das Spiel des Jahres, Azul, geschrieben, doch eine Rezension gibt es hier bislang noch nicht. Das möchte ich heute gerne ändern, denn dieses Spiel als Spiel des Jahres auszuzeichnen wäre im aktuellen Jahrgang auch meine erste Wahl gewesen. Es hat auch völlig zu Recht den Beeple Award erhalten, mit dem das Beeple Netzwerk besonders herausragende und empfehlenswerte Spiele auszeichnet. Und da gehört Azul auf jeden Fall dazu. Doch was macht dieses Spiel so empfehlenswert? Lest weiter und erfährt meine Meinung dazu.

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Verflucht!

Verflucht Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

Es ist wie verflucht! In Lord Somersets Herrenhaus wimmelt es nur so vor furchterregenden Kreaturen. Doch ihr müsst unbedingt in dieses Gebäude, unbewaffnet wie ihr seid. Da bleibt nur zu hoffen vor den ersten Begegnungen mit den furcht-einflößenden Monstern ein paar Waffen zu finden, die euch im Kampf unterstützen. Das Ziel ist klar, jedes einzelne Monster besiegen, damit Lord Somerset wieder selbst nach Hause kommen kann und nicht von Geistern, Werwölfen oder kopflosen Reitern überrascht wird. Klingt nach einem interessanten Setting für ein schnelles Kartenspiel? Dann lest weiter was es damit genau auf sich hat.
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Fugitive

Fugitive Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

„Die Nacht ist dunkel, bisher lief alles wie am Schnürchen. Doch jetzt ist sie mir auf den Fersen, ich kann schon fast ihren Atem in meinem Nacken spüren. Ich muss schneller werden, geschicktere Verstecke finden, um kurz durchatmen zu können. Es sind noch ein paar Meter bis zu dem Flugzeug, welches mich ein für alle mal in Sicherheit bringt. Mit dem Diebesgut werde ich ein neues Leben beginnen. Ich muss nur noch diese letzten Meter zum Ziel unentdeckt bleiben…“ – „Immer wieder derselbe Mist! Da sieht man den Feierabend schon vor Augen, doch kurz vor der Erlösung geht noch dieser Anruf ein und statt mit einem Cocktail an der Bar bin ich nun auf den Straßen unterwegs. Es ist vermutlich meine letzte Chance ihn zu erwischen. Doch er ist mir immer mindestens einen Schritt voraus. Selbst wenn ich das Gefühl habe, den Abstand zwischen uns zu verringern, schafft er es irgendwie noch eine Schippe drauf zulegen. Er darf mir nicht entkommen! Ich muss seine Wege besser voraussehen, um mich nicht ständig abhängen zu lassen…“.

Von dem Spiel, welches ich euch heute vorstellen möchte, existiert noch keine deutsche Version. Sollte es irgendwann  mal eine geben, müsste vermutlich ein neuer Titel gefunden werden. Die Übersetzung von Fugitive, ist nämlich Flüchtling und das würde vermutlich völlig falsche Assoziationen erwecken. Die Flüchtlingsproblematik spaltet das ganze Land, ja sogar ganz Europa. Doch hier soll es keineswegs um Politik gehen, sondern um ein spannendes Kartenspiel für genau zwei Spieler von Tim Fowers, welches 2016 über Kickstarter finanziert werden konnte. Dabei ist ein Spieler auf der Flucht, während der andere versucht ihn zu erwischen.

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Mercado

Mercado Cover

Cover / Kosmos Verlag

Wolfgang Warsch ist im aktuellen Jahrgang etwas einzigartiges gelungen: Drei seiner vier im Frühjahr herausgebrachten Spiele wurden von der SdJ-Jury nominiert. Auch Erfolgsautor Rüdiger Dorn hat in diesem Frühjahr zwei Spiele ins Rennen geschickt: Luxor und Mercado. Während das eine die Jury zur Nominierung zum Spiel des Jahres animiert hat, fliegt das andere gefühlt etwas „unter dem Radar“. Zudem ist es unglücklicherweise parallel zu Die Quacksalber von Quedinburg erschienen, bei dem ebenfalls Spielmaterial aus einem Beutel gezogen wird. Gegen letzteres kann Mercado leider optisch nicht mithalten, es wirkt eher bieder, besitzt nicht diesen Aufforderungscharakter. Doch ich möchte heute beleuchten, was sich hinter der Fassade befindet.

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