The Mind

The Mind Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Bereits Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick stellte vor vielen Jahren fest: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Bei dem kleinen Kartenspiel von Wolfgang Warsch darf nicht gesprochen werden, doch ohne Kommunikation kommt dieses Spiel deswegen noch lange nicht aus. Es erinnert auf den ersten Blick ein wenig an das 2015 zum Spiel des Jahres nominierte The Game vom selben Verlag: Beides kooperative Spiele mit Karten von 1 bis 100. Es spielt sich jedoch ganz anders. Wie Reinhard Staupe im Newsletter zu den Nürnberg-Neuheiten verriet, war er nach dem Lesen der Regeln kurz davor das Spiel ohne Testpartie unter Vertrag zu nehmen. Nach 30 Minuten mit dem Prototypen stand die Entscheidung dann endgültig fest. Erfahrt in dieser Rezension, um was es genau geht und wie das funktioniert.

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Bunny Kingdom

Bunny Kingdom Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesied

Bunny Kingdom heißt das neue Spiel von Richard Garfield, welches nach über 10 Jahren Entwicklungszeit im Jahr 2017 endlich bei iello veröffentlicht werden konnte. Zur Spiel in Essen gab es dann auch bereits die deutsche Version, um die es in dieser Rezension gehen soll. Ursprünglich sollte das Spiel in einem Zwergenuniversum spielen, zwischenzeitlich waren es Menschen und dann sogar Ameisen, die kolonialisierten. Am Ende wurden es Kaninchen, nicht einmal große, starke Hasen, sondern kleine niedliche Kaninchen. Diese kleinen Nager leben mit vielen anderen Tieren in Kolonien und investieren viel Arbeit in die Instandhaltung der Tunnelsysteme in denen sie leben. Auf dem Spielbrett sollen sie sich ebenfalls ausbreiten, Gebäude errichten, Rohstoffe anbauen, um goldene Möhren für den Spielsieg zu erhalten.

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Mini Rails

Mini Rails Cover

Cover / Foto: Moaideas

Einen eher unschönen Trend gab es dieses Jahr auf der Spiel in Essen: Einige Titel waren bereits nach kurzer Zeit ausverkauft und vor Ort nicht mehr erhältlich. Besonders bei Spielen von Verlagen aus weit entfernten Ländern, bei denen die Portokosten extrem hoch sind, ist dies sehr schade, wenn man die Messe erst zum Wochenende besuchen kann oder es aufgrund anderer Termine nicht gleich am ersten Tag zum Verlag schafft. Unter dieses Phänomen fiel auch Mini Rails vom taiwanischen Verlag Moaideas Game Design. Über dieses Spiel wurde im Vorfeld und während der Messe viel gesprochen bzw. geschrieben, doch kann es auch halten, was sich so viele davon versprochen haben?

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Zug um Zug – Frankreich (+Der Wilde Westen)

Ticket to Ride France Cover

Cover / Foto: Days of Wonder

Zug um Zug hält sich seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2004 wacker am Markt. Der Spiel des Jahres-Pöppel dürfte das erleichtern, dennoch pflegen Autor und Verlag die Marke zusätzlich und setzen seither regelmäßig weitere Akzente in der Welt von Zug um Zug in Erweiterungen oder Standalone-Games. Die Map Collections, also die Erweiterungen mit neuen Spielplänen bestimmter Regionen der Welt und kleinen Regelanpassungen, wurden 2017 erneut erweitert. Schon bei der Map Collection Nr. 5 gab es einen kleinen französischen Landabschnitt zu sehen, nun wird Frankreich in voller Größe zum Mittelpunkt. Im Gegensatz zu den bisherigen Zug um Zug Map Collections ist die Schachtel dieser Version doppelt so dick. Die Rückseite bringt die Spieler in den wilden Westen der USA. Weiterlesen

Fast Forward – Reihe

Fast Forward Reihe

Fast Forward Reihe / Foto: Brettspielpoesie

Friedemann Friese ist eine echte Marke in der Brettspielszene. Sein Verlag, 2F-Spiele, trägt das Konzept im Namen: Zwei „F“, eines für den Vornamen, eines für den Nachnamen. Und so beginnen auch (fast) alle seine Spiele mit einem „F“. Doch ist das nicht sein einziges Erkennungszeichen. In Menschenmengen sieht man ihn oft schon von weitem, seine Lieblingsfarbe ist grün und so sind es auch seine Haare. Als die Brettspielwelt Legacy verlangte, ging er seinen eigenen Weg: Er erfand das Fabelspiel. Zunächst in einer familienfreundlichen Variante, die sogar von der Spiel des Jahres-Jury empfohlen wurde: Fabelsaft. 2017 sollte sich das Spielprinzip weiterentwickeln, die Geburtsstunde der Fast Forward-Reihe, bei der man die Regelerklärung einfach überspringt, sozusagen vorspult und direkt in das Spiel einsteigt. Alle Spieler erlernen die Regeln während sie spielen. Doch taugt das etwas?

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Isle of Skye – Wanderer

Isle of Skye - Wanderer Cover

Cover / Foto: Lookout Spiele

Dem Autoren-Duo Alexander Pfister und Andreas Pelikan ist etwas bisher einmaliges gelungen: Gemeinschaftsprojekte der beiden wurden zwei Jahre hintereinander mit dem Kennerspiel-Preis der Spiel des Jahres-Jury ausgezeichnet. Nach dem überraschenden Erfolg für Broom Service im Jahr 2015 folgte ein Jahr später die bodenständige Entscheidung für Isle of Skye, auch wenn sich viele Spieler eine Auszeichnung der innovativen Spielkonzepte T.I.M.E Stories oder Pandemic Legacy gewünscht hätten. Ich konnte mit der Entscheidung sehr gut leben, denn ich halte Isle of Skye für ein hervorragendes Gateway-Spiel, welches die Spieler hervorragend an Kennerspiele heran führt. In Nürnberg wurde gerade bereits die zweite Erweiterung zu diesem Spiel angeteasert, doch möchte ich heute auf die erste Erweiterung blicken.

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Half Pint Heroes

Half Pint Heroes Cover

Cover / Foto: Corax Games

Bevor ich vor einigen Jahren Brettspiele erneut kennen und lieben lernte, traf man mich häufiger in suspekten Kneipen und Spelunken an. Vor allem, wenn mal wieder dem Lieblingsfußballverein durch das ganze Land hinterher gereist wurde. Bisher ließen sich diese beiden Hobbies nur schwer verbinden, doch nun versetzt der junge Verlag aus Merseburg, Corax Games, mit seiner ersten komplett eigenen Veröffentlichung die Spieler in genau solch eine Szenerie und kombiniert damit diese beiden Welten. Zu Grunde liegt ein Stich-Ansage-Spiel der etwas anderen Art für bis zu sieben Spieler, also auch für den Einsatz in größeren Gruppen geeignet. Was dabei genau passiert und wie sich das spielt, erfahrt ihr in folgender Rezension.

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Flamme Rouge – Peloton

Flamme Rouge Peloton Cover

Cover / Foto: lautapelit.fi

Flamme Rouge vom finnischen Verlag lautapelit.fi war 2016 einer der Geheimtipps. Ein tolles Familienspiel mit leichtem Zugang, dennoch spannend genug, um auch versierte Spieler zu fesseln. Es erschien auch direkt in verschiedensten Sprachen, doch bis es in Deutschland so richtig unter die Spieler kam, dauerte es etwas länger. Autor Asger Harding Granerud kommt aus Dänemark. Vielleicht habt ihr von ihm schon mal in Bezug auf Klask gehört, denn das spielt er gerne, oft und richtig gut, wie er u.a. bei der Deutschen Klask-Meisterschaft während der BrettspielCon in Berlin vergangenes Jahr unter Beweis stellte. Ansonsten hat er in seinen ersten zwei Jahren als Brettspielautor schon einige spannende Spiele veröffentlicht, er bedient da bereits alle Kategorien vom Kinderspiel bis zum Kennerspiel. Wer Flamme Rouge noch gar nicht kennt, sollte zunächst die verlinkte Rezension zum Grundspiel lesen. In dieser Rezension gehe ich nur auf die einzelnen Neuerungen der Erweiterung ein.

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Photosynthesis (Photosynthese)

Photosythesis Cover

Cover / Foto: Blue Orange Games

Abstrakte Spiele waren lange Zeit überhaupt nicht meine Welt. Mittlerweile muss ich mir eingestehen, dass mir auch solche Spiele zusagen können. Dennoch gibt es viele Spieler, die ebenso auf Distanz zu abstrakten Spielen gehen, wie ich es lange Zeit getan habe. Auch Photosynthesis ist im Kern ein abstraktes Spiel, doch wurde hier ein wirklich passendes, unverbrauchtes Thema gefunden, dass einfach dazu passt. Man merkt zunächst gar nicht wie abstrakt das Spielprinzip eigentlich ist, da man sich schnell in der gebotenen Szenerie verliert. Die Sonne wandert umher und hinterlässt eine entspannte, einladende Atmosphäre. Doch was hinter der Fassade passiert ist ein knallhartes, taktisches Spiel. Ich habe das Spiel mit dem Titel Photosynthesis in Essen bei Blue Orange Games bekommen, mittlerweile ist es als Photosynthese auch über Asmodee erhältlich. Weiterlesen

Nomaden

Nomaden Cover

Cover / Foto: Asmodee

Die Idee hinter der Serie Legends of Luma habe ich ja bereits bei der Rezension zu Oh Captain! gelobt. Es soll eine Serie aus sechs Spielen werden, die untereinander sehr unterschiedlich sind, um verschiedenste Mechanismen zu bedienen. Was sie verbindet, sind die sechs Charaktere, die auf einer gemeinsamen Reise sind und die ausführliche Geschichte der Umstände ihres Zusammenkommens. Dabei finde ich es interessant, dass das vorliegende Spielprinzip von Nomaden gar nicht so neu ist, sondern eine Neuinterpretation des 2015 in Korea erschienenen Jeju Island. Dieses Spiel wurde Anne-Cécile Lefebvre, CEO von Ludonaute, vorgestellt, als die Idee der Legends of Luma-Reihe gerade aufkam, und es gefiel auf Anhieb. Doch mussten noch einige Änderungen gemacht werden, um das Spiel sauber in der Reihe einzuordnen. Einige Informationen werde ich in diese Rezensionen einfließen lassen, wer mehr über die Adaption erfahren möchte kann dies auf BGG nachlesen. Die Spieler sitzen mit den Nomaden, die sie in Oh Captain! von der Insel befreit haben, um ein Lagerfeuer herum und lauschen ihren Geschichten. Vom Schamanen zu einem merkwürdigen Drink verführt, kommen nur noch Fragmente der Geschichten bei ihnen an, die sie wieder versuchen zusammen zu setzen.

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