Würfelei hoch zwei

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Logo / Foto: Brettspielpoesie

Heute geht es um Würfelspiele, die einen lieben sie, andere hassen sie. Wohl eines der bekanntesten Würfelspiele ist Kniffel, wer kennt es nicht? Mit fünf Würfeln sollen Pasche (merkwürdige Mehrzahl…), Straßen und andere Kombinationen von Würfelaugen gewürfelt werden, um Punkte zu erhalten. So weit, so langweilig. Jede Kombination darf nur einmalig markiert werden, pro Zug darf drei Mal gewürfelt werden, die Mitspieler schauen nur zu. Das sind gern genannte Kritikpunkte an dem Kniffel-Prinzip. Doch gibt es mittlerweile jede Menge Würfelspiele, bei denen man ebenfalls auf einem Wertungsblatt etwas ankreuzt, aber bei denen die Mitspieler einbezogen werden. Und um zwei solcher Spiele soll es heute gehen.

Fast Forward – Reihe

Fast Forward Reihe
Fast Forward Reihe / Foto: Brettspielpoesie

Friedemann Friese ist eine echte Marke in der Brettspielszene. Sein Verlag, 2F-Spiele, trägt das Konzept im Namen: Zwei “F”, eines für den Vornamen, eines für den Nachnamen. Und so beginnen auch (fast) alle seine Spiele mit einem “F”. Doch ist das nicht sein einziges Erkennungszeichen. In Menschenmengen sieht man ihn oft schon von weitem, seine Lieblingsfarbe ist grün und so sind es auch seine Haare. Als die Brettspielwelt Legacy verlangte, ging er seinen eigenen Weg: Er erfand das Fabelspiel. Zunächst in einer familienfreundlichen Variante, die sogar von der Spiel des Jahres-Jury empfohlen wurde: Fabelsaft. 2017 sollte sich das Spielprinzip weiterentwickeln, die Geburtsstunde der Fast Forward-Reihe, bei der man die Regelerklärung einfach überspringt, sozusagen vorspult und direkt in das Spiel einsteigt. Alle Spieler erlernen die Regeln während sie spielen. Doch taugt das etwas?

Isle of Skye – Wanderer

Isle of Skye - Wanderer Cover
Cover / Foto: Lookout Spiele

Dem Autoren-Duo Alexander Pfister und Andreas Pelikan ist etwas bisher einmaliges gelungen: Gemeinschaftsprojekte der beiden wurden zwei Jahre hintereinander mit dem Kennerspiel-Preis der Spiel des Jahres-Jury ausgezeichnet. Nach dem überraschenden Erfolg für Broom Service im Jahr 2015 folgte ein Jahr später die bodenständige Entscheidung für Isle of Skye, auch wenn sich viele Spieler eine Auszeichnung der innovativen Spielkonzepte T.I.M.E Stories oder Pandemic Legacy gewünscht hätten. Ich konnte mit der Entscheidung sehr gut leben, denn ich halte Isle of Skye für ein hervorragendes Gateway-Spiel, welches die Spieler hervorragend an Kennerspiele heran führt. In Nürnberg wurde gerade bereits die zweite Erweiterung zu diesem Spiel angeteasert, doch möchte ich heute auf die erste Erweiterung blicken.

Ostern 2018

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Logo / Foto: Brettspielpoesie

Auch wenn das Wetter noch nicht viel davon vermuten lässt, Ostern steht vor der Tür! Das bedeutet für viele ein langes Wochenende, Zeit mit Familie und Freunden und kleine oder größere Geschenke. Ich persönlich halte ja nur wenig davon zu Ostern allzu große Geschenke zu verteilen. Dieser Konsumrausch ist zu Weihnachten schon kaum mehr erträglich, zu Ostern benötige ich dies nicht auch noch. Da freut es mich viel mehr am Oster-Wochenende Zeit für die Familie und jede Menge Spiele zu haben.

Half Pint Heroes

Half Pint Heroes Cover
Cover / Foto: Corax Games

Bevor ich vor einigen Jahren Brettspiele erneut kennen und lieben lernte, traf man mich häufiger in suspekten Kneipen und Spelunken an. Vor allem, wenn mal wieder dem Lieblingsfußballverein durch das ganze Land hinterher gereist wurde. Bisher ließen sich diese beiden Hobbies nur schwer verbinden, doch nun versetzt der junge Verlag aus Merseburg, Corax Games, mit seiner ersten komplett eigenen Veröffentlichung die Spieler in genau solch eine Szenerie und kombiniert damit diese beiden Welten. Zu Grunde liegt ein Stich-Ansage-Spiel der etwas anderen Art für bis zu sieben Spieler, also auch für den Einsatz in größeren Gruppen geeignet. Was dabei genau passiert und wie sich das spielt, erfahrt ihr in folgender Rezension.

Flamme Rouge – Peloton

Flamme Rouge Peloton Cover
Cover / Foto: lautapelit.fi

Flamme Rouge vom finnischen Verlag lautapelit.fi war 2016 einer der Geheimtipps. Ein tolles Familienspiel mit leichtem Zugang, dennoch spannend genug, um auch versierte Spieler zu fesseln. Es erschien auch direkt in verschiedensten Sprachen, doch bis es in Deutschland so richtig unter die Spieler kam, dauerte es etwas länger. Autor Asger Harding Granerud kommt aus Dänemark. Vielleicht habt ihr von ihm schon mal in Bezug auf Klask gehört, denn das spielt er gerne, oft und richtig gut, wie er u.a. bei der Deutschen Klask-Meisterschaft während der BrettspielCon in Berlin vergangenes Jahr unter Beweis stellte. Ansonsten hat er in seinen ersten zwei Jahren als Brettspielautor schon einige spannende Spiele veröffentlicht, er bedient da bereits alle Kategorien vom Kinderspiel bis zum Kennerspiel. Wer Flamme Rouge noch gar nicht kennt, sollte zunächst die verlinkte Rezension zum Grundspiel lesen. In dieser Rezension gehe ich nur auf die einzelnen Neuerungen der Erweiterung ein.

BS spielt! 2018

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Logo / Foto: Brettspielpoesie

Vergangenes Wochenende war es wieder so weit: Die Braunschweiger Stadthalle öffnete ihre Tore für die größte Brettspiel-Veranstaltung des Jahres in der Stadt: BS spielt! Letztes Jahr war das größte Ärgernis die Taschenkontrolle und die Durchsetzung des Verbots selbst mitgebrachter Getränke. Leider lies sich das Verbot nicht komplett außer Kraft setzen, aber zumindest konnte die Vereinbarung getroffen werden, dass Rucksäcke an der Garderobe für einen Euro abgegeben werden können. Aus diesen war es jederzeit möglich Essen und Getränke zu verzehren und die Taschen ohne Zusatzkosten zurückzugeben. Dennoch ist es verglichen mit anderen Veranstaltungen dieser Art immer noch ein kleines Ärgernis, denn während einer Partie will man eben nicht ständig aufstehen und zum Eingang gehen, um etwas zu trinken. Dennoch möchte ich die Organisatoren loben, sie haben einen Mittelweg gefunden, der sowohl die Stadthalle mit ihrem Caterer als auch die Spieler halbwegs zufrieden stellt. Aus der Stadthalle zurück in das Jugendzentrum Neustadtmühle zu gehen, würde dieses Problem zwar beheben, aber die Veranstaltung würde dann sicher weniger gut besucht, daher sehe ich dies nicht als Option.

Photosynthesis (Photosynthese)

Photosythesis Cover
Cover / Foto: Blue Orange Games

Abstrakte Spiele waren lange Zeit überhaupt nicht meine Welt. Mittlerweile muss ich mir eingestehen, dass mir auch solche Spiele zusagen können. Dennoch gibt es viele Spieler, die ebenso auf Distanz zu abstrakten Spielen gehen, wie ich es lange Zeit getan habe. Auch Photosynthesis ist im Kern ein abstraktes Spiel, doch wurde hier ein wirklich passendes, unverbrauchtes Thema gefunden, dass einfach dazu passt. Man merkt zunächst gar nicht wie abstrakt das Spielprinzip eigentlich ist, da man sich schnell in der gebotenen Szenerie verliert. Die Sonne wandert umher und hinterlässt eine entspannte, einladende Atmosphäre. Doch was hinter der Fassade passiert ist ein knallhartes, taktisches Spiel. Ich habe das Spiel mit dem Titel Photosynthesis in Essen bei Blue Orange Games bekommen, mittlerweile ist es als Photosynthese auch über Asmodee erhältlich.

Nomaden

Nomaden Cover
Cover / Foto: Asmodee

Die Idee hinter der Serie Legends of Luma habe ich ja bereits bei der Rezension zu Oh Captain! gelobt. Es soll eine Serie aus sechs Spielen werden, die untereinander sehr unterschiedlich sind, um verschiedenste Mechanismen zu bedienen. Was sie verbindet, sind die sechs Charaktere, die auf einer gemeinsamen Reise sind und die ausführliche Geschichte der Umstände ihres Zusammenkommens. Dabei finde ich es interessant, dass das vorliegende Spielprinzip von Nomaden gar nicht so neu ist, sondern eine Neuinterpretation des 2015 in Korea erschienenen Jeju Island. Dieses Spiel wurde Anne-Cécile Lefebvre, CEO von Ludonaute, vorgestellt, als die Idee der Legends of Luma-Reihe gerade aufkam, und es gefiel auf Anhieb. Doch mussten noch einige Änderungen gemacht werden, um das Spiel sauber in der Reihe einzuordnen. Einige Informationen werde ich in diese Rezensionen einfließen lassen, wer mehr über die Adaption erfahren möchte kann dies auf BGG nachlesen. Die Spieler sitzen mit den Nomaden, die sie in Oh Captain! von der Insel befreit haben, um ein Lagerfeuer herum und lauschen ihren Geschichten. Vom Schamanen zu einem merkwürdigen Drink verführt, kommen nur noch Fragmente der Geschichten bei ihnen an, die sie wieder versuchen zusammen zu setzen.

Imhotep: Eine neue Dynastie

Imhotep - Eine neue Dynastie Cover
Cover / Foto: Kosmos

So ein Berufsleben kann ziemlich langweilig werden, wenn man tagtäglich immerzu die gleichen Aufgaben erledigt. So wie die Baumeister Imhoteps aus dem alten Ägypten, die zwar jedes Bauwerk in zwei Varianten erschaffen können, aber auch das kann mit der Zeit langweilen. Zum Glück ist eine neue Dynastie angebrochen und die Baumeister müssen nun auch die Wünsche ihrer neuen Herren berücksichtigen. Für jedes Bauwerk stehen ihn dadurch vier mögliche Ausprägungen zur Verfügung, die sie mit ihren Kollegen gemeinsam errichten können. Statt bisher im Grundspiel 32 Kombinationsmöglichkeiten, stehen den Spieler nun ganze 1.024 Möglichkeiten zur Verfügung, die Orte in einer Partie Imhotep zu kombinieren. Und das klingt nun gar nicht mehr so eintönig, oder? Auch die Götter sind davon angetan und belohnen die Baumeister, die ihre Errungenschaften gekonnt vorhersehen können.