Chronik Spiel des Jahres (1)

Montag ist ein wichtiger Tag für alle Liebhaber von Gesellschaftsspielen auf der ganzen Welt. Denn in Berlin werden die Gewinner zum Spiel des Jahres und Kennerspiel des Jahres 2015 gekürt. Dieser Preis wird auch “Oscar” der Brettspielwelt genannt, jeder Interessierte an Brettspielen schaut am Montag auf Berlin. Die Nominierten sind ja nun schon ein paar Wochen bekannt, viel wurde darüber diskutiert. Jetzt entscheidet sich, wer in beiden Kategorien das Rennen macht.

Ich werde euch über meinen Twitter-Account live von der Verleihung berichten. Doch zuvor möchte ich ein wenig auf die Historie dieser Auszeichnung eingehen.

Wie alles begann:

Arler Erde

Arler Erde Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Uwe Rosenberg hat es in diesem Jahr mit seinem 2-Personenspiel Patchwork auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres geschafft. Selbige zum Kennerspiel des Jahres enthält ebenfalls eines seiner aktuellen Spiele, wobei man sich jedoch fragen muss, ob es dort richtig aufgehoben ist. Mit den Titeln “Auf den Spuren von Marco Polo” und “Deus” wirkt diese Liste eher als Sammlung großartiger Spiele, die zu anspruchsvoll sind, um als Kennerspiel durchzugehen. Arler Erde kommt mit viel Material obwohl es nur für maximal 2 Spieler geeignet ist. Diese müssen aus diversen Aktionsmöglichkeiten die besten auswählen und dabei möglichst erfolgreicher als der Gegner wirtschaften.

Jäger + Späher

Jäger + Späher Cover
Cover / Foto: Kosmos Verlag

Nahrung jagen, Rohstoffe sammeln um sie zu verarbeiten,  Nachwuchs zeugen. Das waren die wichtigsten Aufgaben zum Überleben in der Steinzeit. Dabei musste die ganze Sippe helfen, jeder bekam Aufgaben nach seinem Können. Dies hat Gerhard Hecht nun als Spiel umgesetzt, bei dem ihr in die Rollen der steinzeitlichen Stammesmitglieder schlüpft. Wie ihr diese am geschicktesten einsetzt, um möglichst viel zu erreichen, ist alleine eure Aufgabe. Ihr baut euch jede Runde euer eigenes Deck mit Stammesmitgliedern zusammen und nutzt dann deren Aktionen in beliebiger Reihenfolge. Währenddessen versucht euer Gegner jedoch dasselbe und kommt euch dabei möglicherweise in die Quere.

Zug um Zug

Zug um Zug Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Zug um Zug – 2004 zum Spiel des Jahres erkoren, kann es auch heute, über 10 Jahre später noch überzeugen. Das Spielprinzip ist recht simpel, auch Familienspieler finden sehr schnell den Einstieg. Die Spieler repräsentieren fünf Freunde die sich in einen Wettkampf begeben, um die meisten Orte Nordamerikas zu bereisen, inspiriert von Jules Vernes’ Geschichte “In 80 Tagen um die Welt”. Dabei versuchen sie mit den gegeben Bahnstrecken und Begebenheiten bestimmte Orte möglichst effektiv miteinander zu verbinden. Doch dabei kommen ihnen die Mitspieler oft in die Quere, da sie vielleicht sehr ähnliche Ziele verolgen.

Ligretto²

Ligretto² Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Ligretto – Das schnelle Kartenspiel. Da werden Kindheitserinnerungen wach! Ligretto habe ich als Jugendliche hoch und runter gespielt, ohne dass es langweilig wurde. Nun habe ich den Klassiker als 2-Spieler-Variante auf dem Flohmarkt finden können und wollte den Spielspaß von früher wieder erleben. Skeptisch war ich schon, denn das normale Ligretto kann ja erst ab drei Spielern gespielt werden und zeichnete sich ja immer durch die Interaktion miteinander aus. Ob diese Spielvariante die Erwartungen erfüllen konnte, lest ihr in folgender Rezension.

Beasty Bar

Beasty Bar Cover
Cover / Foto: Zoch Verlag

Samstagabend, Du stehst nichtsahnend mit Deinen Freunden in der Schlange vor der angesagtesten Bar der Stadt und wartest auf den Einlass. Da stürmt plötzlich ein Nilpferd auf euch zu und räumt euch aus dem Weg, um sich den Platz direkt vor dem Eingang zu erkämpfen. Als ihr gerade wieder auf  die Beine gekommen seid, müsst ihr euch ducken, damit euch das Känguru nicht verletzt, welches gerade über euch drüber hopst. Plötzlich hört ihr ein lautes Fauchen vom König der Tiere, der von allen anderen vorgelassen wird. Doch dann kommt euch ein übler Geruch in die Nase, denn ein Stinktier kommt um die Ecke und verjagt mit seinem Duft den Löwen und das Nilpferd. Was wie ein chaotischer Tag im Zoo klingt, kann euch bei Zochs Spiel “Beasty Bar” passieren. Die Spieler schlüpfen in die Rollen die Tiere und versuchen in die Bar gelassen zu werden und gönnen einander dabei nichts. Nur wer am Spielende die meisten Tiere in die Bar bringen konnte, darf den Sieg feiern.

Qwixx – Das Kartenspiel

Qwixx Kartenspiel Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Qwixx – Ein schnelles Würfelspiel von Steffen Benndorf, dass 2013 zum Spiel des Jahres nominiert wurde. Leider konnte es sich nicht gegen Hanabi durchsetzen, aber es war so erfolgreich, dass ein Jahr später dieses Kartenspiel folgte. Als Inhalt in der Wundertüte 2014 der Spiele-Offensive kamen wir in den unverhofften Besitz dieses kleinen Kartenspiels. Lest in der folgenden Rezension wie uns das Spiel gefallen hat.

Grog Island

Grog Island Cover
Cover / Foto: Pegasus Spiele

Eine Neuheit des aktuellen Jahrgangs hat mich bereits mit dem Cover gepackt. Ein fröhlicher Pirat auf einer Insel vor einer Kneipe, im Hintergrund sein Schiff und die Landschaft der Insel. Dazu der Schriftzug “Grog Island” und ich fühlte mich unweigerlich an das PC-Adventuregame “Monkey Island” aus den 90ern erinnert. Was habe ich dieses Spiel geliebt! Also stand fest: Ich muss dieses Brettspiel haben. Über den raffinierten Würfel-Auktionsmechanismus las ich erst später und dieser machte das Spiel noch interessanter. Wie genau die Piraten im Ruhestand ihre Zeit verbringen um an das nötige Kleingeld zum Leben zu gelangen, lest ihr in folgender Rezension.

Five Tribes

Five Tribes Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

“Five Tribes – Die Dschinn von Naqala” nimmt uns mit in die Welt von 1000 und einer Nacht. Wir sollen die fünf Sippen lenken und um Macht und Einfluss im Sultanat ringen. Es war eine der Neuheiten in Essen 2014. Seitdem polarisiert das Spiel sehr stark. Die einen liebes es und vermissen die Beachtung des Spiels im Rahmen der Nominierungen zum Kennerspiel des Jahres 2015. Anderen gefällt das Spiel weniger gut, sie stören sich zumeist an der Downtime, also der Zeit die Spieler über ihren nächsten Zug nachdenken. Ich habe es erst als verspätetes Weihnachts-/Geburtstagsgeschenk bekommen und muss zugeben, dass ich zur ersten Kategorie gehöre. Warum könnt ihr im folgenden Bericht lesen.

Schäferstündchen

Schäferstündchen Cover
Cover / Felix Mertikat

Am 1. März diesen Jahres ist es erschienen, ein neues Spiel mit Schafen in der Hauptrolle. Natürlich darf solch ein Spiel in unserer Sammlung nicht fehlen. Der erfolgreiche Comic-Zeichner Felix “Määährtikat”, wie er sich auf der Spielverpackung selbst bezeichnet, hat eine schöne Spielidee mit bezaubernden Motiven erstellt. Einen Verlag sucht man vergeblich darauf, der Autor hat seine bezaubernde Idee alleine umgesetzt. Dabei geht es um den Kampf um Schafe. Und zwar wollen die Dorfbewohner ihre Schafe vor den fiesen Räubern retten. Da kennt man keine Gnade und es entscheiden die Fäuste, wer das Schaf bekommt. Diese Brutalität steht im totalen Gegensatz zu den hellen, freundlichen Kartenmotiven Aber es funktioniert! Wie genau könnt ihr im folgenden Bericht erfahren.