Spiel des Jahres 2017 – Sieger

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Logo / Foto: Brettspielpoesie

Wie versprochen werde ich noch über die BerlinCon 2017 berichten, aber ich beginne heute mit dem Abschluss des vergangenen langen Wochenendes: Die Pressekonferenz zur Verleihung der beiden Kritikerpreise Spiel des Jahres und Kennerspiel des Jahres. Die Gewinner sind euch sicherlich bereits bekannt. Beim Spiel des Jahres hatte ich den richtigen Riecher, es wurde Kingdomino. Beim Kennerspiel lag ich daneben. Entgegen meiner Befürchtungen, das einmalige Erlebnis könnte der Auszeichnung im Weg stehen, wurde Exit – Das Spiel prämiert. Und wie eigentlich in jedem Jahr, zumindest seit es das Internet gibt und jeder der eine Meinung hat, diese auch öffentlich heraus posaunt, hagelt es teils sehr harsche Kritik an der Jury-Entscheidung. Teilweise musste ich aufhören in einschlägigen Foren oder Facebook-Gruppen die Kommentare zu lesen, um mich nicht zu sehr aufzuregen. Da wird der Jury Kompetenz abgesprochen und der Preis herabgesetzt, weil einige mit den Entscheidungen nicht leben können. Doch die Jury besteht nun mal aus Kritikern und sie haben die Spiele anhand ihrer Erfahrungen und Eindrücke ausgewählt. Zuvor wurden Listen bekannt gegeben, welche einen Querschnitt des Jahrgangs zeigen, um möglichst viele Spieler anzusprechen. Doch in erster Linie solche, die noch keine regelmäßigen Spieler sind, sondern erst noch werden sollen. Sie sollen mit diesen Spielen an unser aller Hobby heran geführt werden. Und der Preis soll das Kulturgut Spiel stärken, auch wenn einige sich vehement gegen diese Bezeichnung wehren. Dafür benötigt es neue, frische Ideen. Das soll als Meinung zu den Diskussionen reichen, nun widme ich mich der Verleihung.

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Dominion – Ergänzungs-Set Basisspiel / Die Intrige

Dominion Ergänzungsset Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Dominion ist der Inbegriff des Deckbuilding-Spiels. Es wurde 2009 nicht nur zum Spiel des Jahres gewählt, es hat seitdem auch 10 Erweiterungen mit vielen neuen Karten bekommen. Genau wie einen neuen Vertrieb in Deutschland, denn statt über Hans im Glück wird das Spiel nun über ASS Altenburger vertrieben. Durch diesen Wechsel sind einige Erweiterungen sehr rar geworden, da es sie aktuell nicht in einer deutschen Version auf dem Markt gibt. Höchstens auf dem Zweitmarkt, wie z.B. eBay, wo teilweise horrende Preise aufgerufen werden. Leider verzögern sich die Neuauflagen immer wieder, weil der Autor selbst nicht genug bekommt und neue Ideen veröffentlicht. Nach der zehnten Erweiterung Empires, wird es im Herbst überarbeitete Auflagen des Grundspiels und der mittlerweile zur reinen Erweiterung gewordenen Intrige geben, bei denen jeweils sechs Königreichkarten gestrichen und von 7 neuen Königreichkarten ersetzt wurden. Und damit sich Besitzer dieser Ausgaben nicht alles neu kaufen müssen, gibt es die neuen Karten auch als Erweiterung. Aber nicht wie in den USA einzeln, sondern als gemeinsames Erweiterungspack, welches ich hier gerne vorstellen möchte. Dabei ist der Name sehr verwirrend, denn auf der Schachtel steht nichts von Ergänzungs-Set, sondern einfach nur Erweiterung.

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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

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Nein, um Fußball geht es auch heute wieder nicht, ist ja schließlich noch Sommerpause. Und solch eine wird es auch hier auf dem Blog geben. Durch die Urlaubszeit kann es passieren, dass in den kommenden Wochen ein bisschen weniger passiert. Ich versuche an der Brettgeschichte jeden Mittwoch festzuhalten und euch hin und wieder eine Rezension zu Lesen zu geben. Aber vor der Sommerpause steht noch ein tolles Event an: Die Berlin Brettspiel Con. Die beiden erfolgreichen Youtuber Hunter&Cron laden alle Spielebegeisterten ein in die Hauptstadt zu kommen. Zum dritten Mal findet diese Veranstaltung statt und wieder musste eine neue, größere Location her. Im Kühlhaus Berlin in der Luckenwalder Str. 3 werden noch mehr Besucher erwartet, als im vergangenen Jahr. Wir werden auch dieses Jahr wieder dabei sein und von Samstag früh bis Sonntagabend spielen was das Zeug hält.  Am Montag geht es für mich noch weiter zur Pressekonferenz der Spiel des Jahres-Verleihung. Dann erfahren wir endlich welche Spiele die Jury in diesem Jahr besonders überzeugen konnten. Bei den Nominierten keine leichte Wahl wie ich finde, denn jedes der Spiele wäre ein verdienter Sieger.

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Valletta

Valletta Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Der Hans im Glück-Verlag bringt meist zwei große Spiele pro Jahr heraus. In Essen eines, welches sich eher an Vielspielern orientiert und in Nürnberg dann ein etwas zugänglicheres für das Familienspiel-Publikum. Im aktuellen Jahrgang war das im Herbst First Class – Unterwegs im Orient Express. Im Frühjahr erschien dann Valletta, ein Spiel von Stefan Dorra. Es handelt sich dabei um ein Deckbuilding-Spiel, wie wir sie im aktuellen Jahrgang gehäuft vorfinden. Um sich davon abzuheben, hat auch dieses Spiel seine Eigenheiten. Die Spieler nutzen die Aktionen ihrer Karten, um Gebäude zu errichten. Diese werden mit Siegpunkten belohnt, aber zu jedem Gebäude gehört auch eine Person, welche direkt auf die Hand des Spielers gelangt. So konkurrieren die Spieler um die Gunst des Großmeister Jean de la Valette und errichten gemeinsam die maltesische Hauptstadt.

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Top-Liste 2-Personen-Spiele

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Ihr habt es so gewollt! Beim letzten Gewinnspiel gab es diverse Rückmeldungen zu meinem Blog, in denen sich die Teilnehmer Top-Listen von mir gewünscht haben. Da ich vor allem zu 2-Spieler-Spielen in letzter Zeit häufig befragt wurde, soll dies die erste Top-Liste werden. Ich tue mich allerdings vor allem damit schwer, Spiele in eine Reihenfolge einzuordnen, es gibt einfach zu viele gute Spiele auf ihre eigene Art und Weise. Daher habe ich meine liebsten Spiele in Kategorien unterteilt. Es gibt Spiele, die funktionieren nur oder erst so richtig gut bei mehr als zwei Spielern, was eine eigene Duell-Version erforderlich macht. Andere Spiele werden für genau zwei Spieler konzipiert. Einige davon können sehr zeitintensiv sein, das ist nix für nebenbei. Und dann gibt es Spiele, die sowohl zu zweit als auch mit mehr Personen Spaß bereiten. Meine derzeitigen Lieblingsspiele habe ich in den Kategorien einfach nur aufgelistet und nicht mit einem Ranking versehen, da jedes auf seine Art besonders ist. Links zu bestehenden Rezensionen sind enthalten, bei zwei Spielen habe ich noch etwas Nachholbedarf 😉

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Notre Dame (Jubiläumsausgabe)

Notre Dame Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Notre Dame ist nicht nur der Name einer katholischen Kirche im Herzen von Paris, sondern auch der Titel eines der früheren Werke des Spieleautors Stefan Feld. 2007 brachte er gleich zwei Vielspieler-Titel für alea auf den Markt (daneben erschien noch Im Jahr des Drachen). Auch wenn beide Spiele heute eine Durchschnittsbewertung von ungefähr 7.4 bei Boardgamegeek vorweisen können, gewann Notre Dame die Gunst der Kritiker im Erscheinungsjahrgang. Es landete auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres und musste sich beim Deutschen Spielepreis nur gegenüber Die Säulen der Erde geschlagen geben. Vor allem der internationalen Nachfrage haben wir es zu verdanken, dass dieses Spiel 10 Jahre nach der Erstveröffentlichung in einer Jubiläumsauflage erschienen ist. Weder am Material noch am Spielverlauf wurden Änderungen vorgenommen, lediglich etwas mehr gelang in die Verpackung. Weiterlesen

The King’s Will

The King's Will Cover

Cover / Foto: Blackfire Games

Quasi ein Roadtrip des 10.Jahrhunderts liegt diesem Spiel zu Grunde. Der römisch-deutsche Kaiser Otto der Große bereist seine Ländereien um zu prüfen, was seine Herzöge in ihren Pfalzen so treiben. Denn er hat große Ansprüche an die Ausgestaltung seines Landes. Die Spieler sind die Herzöge und richten die Pfalzen zunächst nach ihren Wünschen ein, die Wünsche des Königs zu kennen müssen sie sich nämlich erst erarbeiten. Und dann auch noch merken, ohje, das Leben als Herzog kann schon ganz schön anstrengend sein. Nach und nach entstehen Landschaften, werden Orte errichtet und mit Gebäuden versehen. Doch was wären Orte ohne die Menschen, die dort leben. Daher muss man sich ebenso um die Vermehrung der Bürger und deren Zufriedenheit mit ihrer Heimat kümmern. Und wenn der König kommt, verlangt er auch noch besondere Abgaben. Aber so war das eben damals und so ist es noch heute am Spieltisch, wenn The King’s Will aufgebaut wurde.

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Spielen im Urlaub

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Logo / Foto: Brettspielpoesie

Die Ferienzeit ist im vollen Gange, da wird man häufiger gefragt, welche Spiele ideal für den Urlaub sind. Doch eine Pauschalantwort gibt es darauf nicht. Denn so unterschiedlich wie die Reiseziele und -aktivitäten sind auch die passenden Spiele. Angefangen beim Transport: Reise ich privat mit eigenem PKW habe ich meist mehr Platz, als wenn ich in den Urlaub fliege. Erst recht, wenn ich nur mit Handgepäck zu einem Kurztrip fliege. Und dort vielleicht noch plane, Spiele einzukaufen. So lief es bei uns letztes Jahr in Frankreich. Daher haben wir dort auf Brettspiel-Apps gesetzt, welche wir auf dem Smartphone auch gegeneinander spielen konnten. Zudem kann man ja die neuen Spiele antesten, wenn sie bereits zu zweit spielbar sind.

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Targi – Die Erweiterung

Targi - Die Erweiterung Cover

Cover / Foto: Kosmos

Ist ein Brettspiel erfolgreich und verkauft sich sehr gut, dauert es oft nicht lange bis es die erste Erweiterung gibt. Und dann die zweite, die dritte, usw. bis „die Kuh gemolken ist“. Die Gefahr ist gegeben, dass solche Erweiterungen dem Spiel irgendwann keine nennenswerten Aspekte mehr hinzufügen und man sie, wenn überhaupt, nur aus Komplettierungszwang benötigt. Bei Targi dauerte es jedoch ganze vier Jahre bis zum Erscheinen der Erweiterung. Dabei war das 2012 sogar zum Kennerspiel des Jahres nominierte Spiel für zwei Personen die ganze Zeit über gefragt. Autor Andreas Steiger ist aber nicht hauptberuflich Spielentwickler und daher benötigte die Konzeption und Ausgestaltung dieser Erweiterung seine Zeit. Und so viel vorab: Es hat sich gelohnt! Scheinbar lenkten Verlag und Autor all ihre kreativen Ideen in die Spielentwicklung, denn die Erweiterung hat keinen spannenden Titel. Sie nennt sich einfach: Die Erweiterung. Das ist schlicht und mutig, aber das Spiel wirkt für sich. Lest jetzt selbst, was sich am Spiel verändert hat:

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Bärenpark

Bärenpark Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Der Australier Phil Walker-Harding weiß mich mit seinen Spielen zu begeistern. Ob Sushi Go!, Cacao oder Imhotep – ich mag seine Spiele. Bei Twitter zeigt er regelmäßig Bilder seiner Prototypen und macht seine Anhänger damit heiß auf kommende Spiele. So konnte man seine Arbeit an einem Freizeitparkspiel beobachten. Diese Idee wurde weiter ausgearbeitet und statt in einem Freizeitpark finden wir uns in einem Bärenpark wieder, den wir aufbauen wollen. In diesem Tierpark sind vier verschiedene Bärenarten beheimatet: Pandabären, Gobibären, Eisbären und Koala Bären. Moment mal, Koalas sind doch eigentlich keine Bären!? Sie dürfen mitspielen, obwohl es sich eigentlich um Beuteltiere handelt. Sie überzeugen einfach durch ihre Niedlichkeit und konnten daher nicht weggelassen werden. Die Quittung dafür folgte auf dem Fuße: Spätestens sein Cottage Garden wissen wir, dass sich Tiere und Brettspielproduktionen nur bedingt vertragen. Die Koalas haben bei Bärenpark die Angaben zur Plättchenzahl auf dem allgemeinen Ablageplan durcheinander gebracht. Das kommt eben davon, wenn man sich von den süßen Tierchen ablenken lässt 😀

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