Spiel mit den Löwen 2017

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Logo / Foto: Brettspielpoesie

Freitagnachmittag, kurz vor Feierabend. Ich spreche mit einer Kollegin über das bevor stehende Wochenende. Sie fragt mich „Und, was liegt bei Dir am Wochenende an?“. Vorfreudig erzähle ich ihr von einer Veranstaltung im Jungendzentrum Neustadtmühle, bei der den ganzen Tag gespielt werden kann. Verdutzt fragt sie mich: „Kannst Du das nicht jeden Samstag machen, genug Spiele hast Du doch zu Hause!?“ Natürlich könnte ich das, in der Theorie. Aber da kommt immer so viel dazwischen: Einkauf, Essen kochen, Haushalt, etc. Wenn aber solch eine Veranstaltung fast vor der eigenen Haustür statt findet, geht man da natürlich hin, man möchte das liebste Hobby ja verbreiten. Und so haben wir einigen Freunden ebenfalls Bescheid gegeben, sie könnten doch mit ihren Kiddies dazu kommen. Und einige sind unserer Einladung gefolgt.

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Knister

Knister Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Der Nürnberger Spielkarten-Verlag versucht dieses Jahr vor allem älteren Spielen neues Leben einzuhauchen. Dabei kam unter anderem Knister, eine Neuauflage von Würfel-Bingo, heraus. Erstmalig 2007 bei Ravensburger erschienen, schaffte es das kleine Würfelspiel im Erscheinungsjahr sogar auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres. Im verflixten siebten probierte der Verlag Schmidt Spiele eine Wiederbelebung, obendrauf gab es eine Variante mit größerem Raster. Und jetzt, 2017, versucht der NSV sein Glück. Wie ich hörte, war es auf der Spiel in Essen neben The Game – Face to Face besonders gefragt. Die Schachtel verspricht „KNISTER…zündet sofort!“, ob das auch bei uns der Fall war, erfahrt ihr in dieser Rezension.

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Shephy

Shephy Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Besonders auf der Spiel in Essen halte ich Ausschau nach Spielen, in denen sich alles um Schafe dreht. Und das ist Jahr für Jahr immer einiges, auch wann man denkt, dass dieser Trend langsam abebben müsste. Bereits letztes Jahr fiel mir das Solo-Spiel Shephy auf, doch die Illustrationen sprachen mich so gar nicht an und den Preis empfand ich auch zu hoch für ein reines Solo-Spiel. Dieses Jahr entdeckte ich den Stand wieder in Halle 1. Da ich mich mittlerweile doch ganz gerne dem ein oder anderen Solo-Spiel stelle, rückte es erneut in meinen Fokus. Und auf einmal schrecken mich die Illustrationen auch gar nicht mehr so dolle ab, mittlerweile finde ich sogar gefallen an so mancher Zeichnung.

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Die Legenden von Andor – Das Finale

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Asmodee hat es dieses Jahr groß beworben: „Great Games, amazing Stories“ wollen Sie ihren Kunden bieten. Auch Ignacy Trzewik von Portal Games schreibt über „Boardgames that tell stories“. Die Trends der vergangenen Jahre bestätigen dies: Das Legacy-Prinzip, bei dem das Spiel durch die Entscheidungen der Spieler individuell angepasst wird, erfreut massenweise Spieler auf der ganzen Welt. Doch gab es vor diesem Trend bereits ein Kennerspiel, welches seine Faszination zu einem großen Teil aus der Geschichte zieht, die um das Spiel herum erdacht wurde. Gemeint ist natürlich Die Legenden von Andor. Gespielt werden unterschiedliche Kampagnen, Legenden genannt, die man kooperativ erst einmal meistern muss, bevor sich ins nächste Abenteuer gestürzt wird. Insgesamt 17 offizielle Legenden enthalten die drei großen Spiele. Dazwischen gab es immer mal wieder kleinere Schachteln mit weiteren Helden oder Legenden und einzelne Bonus-Legenden. Daneben nicht zu vergessen viele Fan-Legenden. Zum Abschluss und als Dankeschön an die Fans wurde nun noch diese Bonus-Box veröffentlicht.

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Queendomino

Queendomino Cover

Cover / Foto_ Pegasus Spiele

Ein König hat ein wundervolles Königreich erbaut, doch ihm fehlt eine Dame an seiner Seite. Doch solch eine Dame kann das eigene Königreich ganz schön durcheinander bringen, wenn sie ihre Ideen umsetzt. Deswegen bekommt die Dame nun ihr eigenes Königreich. Queendomino ist nicht bloß eine Erweiterung, sondern ein komplett eigenständiges Spiel, welches ebenfalls als Erweiterung verwendet werden kann. Die Schachtel ist größer, als die des Spiel des Jahres, auch in der neuen Auflage. In der Version von Blue Orange Games ergeben die beiden Spiele eine gemeinsame Landschaft. Leider geht dies in der Pegasus-Version unter, weil der Pegasus-Rahmen das Bild auseinander zerrt. Ich kann die Hintergründe der Verwendung dieses Rahmens als Teil der Corporate Identity nachvollziehen, hier fällt es aber wieder eher unangenehm auf.

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Pioneers

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Cover / Foto: Queen Games

Mittelamerika, Ende der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts: Viele Europäer strömen nach Amerika, um dort den amerikanischen Traum zu leben. Von der Ostküste breiten sie sich aus in Richtung Westen, nehmen das unbesiedelte Land ein und lassen sich dort nieder. In den Orten werden bestimmte Berufsgruppen dringend gesucht, die sich dort ein neues Leben aufbauen können. Die anderen ziehen weiter, um ihr eigenes Glück in einer der anderen Städte zu finden. Dieses Szenario ist die Grundlage in Emanuelle Ornellas Pioneers, welches bei Queen Games erschienen ist. Natürlich hätte man das Ganze auch mit Loks, Eisenbahnstrecken und Bahnhöfen umsetzen können, aber so fühlt es sich thematisch etwas frischer an. Weiterlesen

Wann ist ein Spiel ein Spiel?

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Was benötigt ein Spiel, um ein Spiel zu sein? In letzter Zeit höre ich häufiger die Frage danach, ob es sich „tatsächlich noch um ein Spiel“ handelt. Zum Beispiel bei den vielen Exit/Escape Room-Umsetzungen für zu Hause, wird angezweifelt, ob es sich Spiel bezeichnen darf oder eher eine Aneinanderreihung von Rätseln mit mehr oder weniger Geschichte drum herum zu sein vermag. Ich erinnere mich daran, dass ich bei der Klask-Rezension bereits auf der Suche nach der Definition eines Brettspiels war. Auch da stand die Frage im Raum, wie viel ein Geschicklichkeitsspiel noch mit einem Brettspiel zu tun hat. Im Endeffekt sollen die Spieler Spaß haben, ich denke dabei sollte man nicht zu sehr in Schubladen denken. Wikipedia definiert ein Gesellschaftsspiel als „ein (…) von zwei oder mehr Personen unternommenen Zeitvertreib zum Zwecke des Vergnügens“. Zeitvertreib zum Vergnügen klingt passend, aber warum müssen sich dafür mindestens zwei Personen zusammen finden? Ich habe eher das Gefühl, dass Solo-Spiele immer beliebter werden. Und über eine Reihe solcher Solo-Spiele möchte ich heute gerne berichten.

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Gier

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Cover / Foto: Amigo Spiele

Gier – nur vier Buchstaben, jedoch mit einer klaren Bedeutung. Der Duden sagt dazu, es handelt sich um ein „auf Genuss und Befriedigung, Besitz und Erfüllung von Wünschen gerichtetes, heftiges, maßloses Verlangen“. Und um genau dieses Verlangen dreht sich alles beim gleichnamigen Kartenspiel von Erfolgsautor Alexander Pfister. Das Verlangen, einem Mitspieler eine ausliegende Karte zu stehlen, die man selbst gut gebrauchen kann oder ihm einfach nicht gönnt. Zusätzlich dürfen alle Karten behalten werden, die man ihm von der Hand zieht. Es sei denn man ist zu gierig und zieht eine Zahl doppelt, dann ist der Spielzug vorbei und die Karten wechseln den Besitzer nicht. Daher sollte man nicht zu gierig sein… Doch ist dies leichter gesagt als getan!

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Lanzeloth

Cover Lanzeloth

Cover / Foto: Mogel Verlag

Der Mogel-Verlag hatte nach den ersten drei Titeln Perlentauchen, Willi Wörterwurm und Tierisch bedroht dieses Jahr nur einen Titel in Essen dabei. Doch die intensive Arbeit an diesem Spiel hat sich gelohnt. Am besten lässt es sich mit Perlentauchen vergleichen, denn die Spieler spielen gegeneinander und können sich schön gegenseitig ärgern. Zusätzlich enthält es einen kleinen Memory-Aspekt, denn man darf sich die eigenen, verdeckt liegenden Karten nicht jederzeit ansehen, sondern nur bei bestimmten Aktionen. Die Grafiken sind sehr gelungen, es macht einfach Spaß mit den Karten zu spielen. Vom Ritter mit den Herzchen auf der Unterhose bis zum eigensinnigen Pferd. Erfahrt in dieser Rezension, was euch bei diesem Spiel noch erwartet.

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SPIEL’17 – Fazit

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Logo / Foto: Brettspielpoesie

Ich bin nun langsam wieder im Alltag angekommen und versuche die Eindrücke der diesjährigen Spiel zu verarbeiten. Die fünf Tage fühlten sich gar nicht so an, unsere Körper haben das besser ausgehalten als erwartet, die Zeit verstrich wie im Flug. Natürlich hatten wir mit den typischen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Heiserkeit und körperlicher Erschöpfung zu kämpfen, aber es hat sich gelohnt. Viele Menschen konnten wir in der Zeit treffen, aber viele leider auch nicht oder nur kurz von Weitem. Wenn es danach ginge, müsste die Messe noch viel länger andauern. Seht dies als Gruß an alle die ich getroffen habe oder auch nicht, auf das man beim nächsten Aufeinandertreffen mehr Zeit füreinander hat.

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