
Es ist Freitagabend, der zweite Tag der SPIEL.digital neigt sich dem Ende zu. Jedenfalls für mich, die Inhalte der größten Spielemesse können dieses Jahr erstmalig durchgängig konsumiert werden. Wenn auch nicht in ganz gewohnter Weise.

Es ist Freitagabend, der zweite Tag der SPIEL.digital neigt sich dem Ende zu. Jedenfalls für mich, die Inhalte der größten Spielemesse können dieses Jahr erstmalig durchgängig konsumiert werden. Wenn auch nicht in ganz gewohnter Weise.

Ich habe auf diesem Blog nun schon einige Escape Room-Adaptionen für den Spieltisch vorgestellt, allen liegt die gleiche Idee zu Grunde: Das Erlebnis eines Escape Rooms mit all seinen Rätseln und Aufgaben, die gelöst werden müssen, um zu entkommen, einzufangen und in eine Box zu packen. 2016 fingen die ersten Verlage damit an, doch dieser Trend ist noch lange nicht vorüber. Immer wieder tauchen neue Anbieter auf und alle finden einen etwas anderen Weg der Umsetzung. Viele dieser Titel bleiben durch Erweiterungen dauerhaft am Markt. Für mich als Rezensent bleibt es schwer, darüber zu berichten. Solche Spiele sind für eine Gruppe nur ein einziges Mal spielbar, danach ist die Lösung schließlich bekannt, daher kann auch nur der grobe Spielablauf mit seinen Mechanismen beschrieben werden. Ich habe nun beschlossen keine einzelnen Rezensionen mehr zu den vielen Escape Room-Adaptionen und dessen Erweiterungen zu verfassen, sondern über mehrere gemeinsam berichten, wenn wieder ein paar durchgespielt wurden. Gleiches gilt für einmalig spielbare Kriminalspiele.
Bonfire ist ein weiterer Titel von Stefan Feld zur SPIEL.digital. Vier Jahre sind seid dem letzten H@ll Games-Titel vergangenen, nun hat der Autor wieder mit Ralph Bruhn zusammen an einem Spiel gearbeitet. Autor Stefan Feld ist ja dafür bekannt, dass seine Spiele vom Mechanismus und nicht vom Thema leben. Bei Bonfire ist dies nicht anders, nur dass sich der Illustrator Dennis Lohausen und Ralph Bruhn als Redakteur gemeinsam eine umfangreiche Hintergrundgeschichte ausgedacht haben, um die Aktionsmöglichkeiten sinnvoll miteinander verbinden zu können. Diese kann auf der Webseite von Pegasus Spiele heruntergeladen werden.
Zwei Jahre ist es nun schon her, dass ein Flip’n’Write-Spiel für Aufsehen sorgte, welches als Welcome To bekannt wurde. Offiziell nennt der Verlag es allerdings nur Welcome. In meinen Augen ein tolles Spiel, welches aber leider mit einer schlechten Anleitung daher kam, wodurch sich das Erlernen des Spiels schwierig gestaltete. Nach vielen Erweiterungen mit neuen Wertungszetteln und Bonuskarten, ist dieses Jahr nun ein Nachfolger erschienen. Bei Welcome to New Las Vegas werden keine Wohngebiete mehr angelegt, sondern Casinos und Hotels. Wer Welcome (to) bisher nicht kennt, braucht nun gar nicht weiterzulesen. Auch der Verlag selbst empfiehlt in der Anleitung zunächst den Vorgänger zu spielen, um das grundsätzliche Spielprinzip zu verinnerlichen.
Normalerweise versuche ich jedes Jahr Eintrittskarten für die SPIEL verlosen zu können. Doch wurde aufgrund der aktuellen Pandemie die SPIEL’20 auf kommendes Jahr verschoben. Zur alternativ stattfindenden SPIEL.digital gelangt ihr kostenfrei unter SPIEL.digital. Sämtliche Messe-Highlights sollen dabei so gut wie möglich digital angeboten werden: Vorstellung der neuen Spiele, Spielerunden, Interviews, Panels, Einkaufsmöglichkeiten, usw. Sogar eine Online-BrettSPIELcake-Aktion wird es geben.
Rajas of the Ganges muss ein großer Erfolg für Huch! gewesen sein. Neben dem dritten Platz beim Deutschen Spielepreis gewann es den International Gamers Award in der Kategorie General Strategy und landete bei weiteren Preisen auf den Empfehlungslisten. Kein Wunder, dass die Autoren und der Verlag das Universum am Leben halten wollen. Neben vielen Mini-Erweiterungen, die mittlerweile in Goodie-Boxen separat erhältlich sind, erscheint diesen Herbst auch ein Würfelspiel: Rajas of the Ganges – The Dice Charmers.
2020 verändert einfach alles. Eigentlich spiele ich nur selten Brettspiele solo, reale Mitspieler sind mir einfach lieber und zum Glück auch meist in greifbarer Nähe. Ich mag es zum Beispiel weniger gerne, wenn ich zunächst viel Material aufbauen muss, um mich einem Solo-Abenteuer stellen zu können. Wie passend, dass in diesem Jahr zwei Solo-Spiele erschienen sind, die im Nu losgespielt werden können. Und da ich nun schon einige Tage Urlaub zur Vorbereitung auf die SPIEL.digital genieße, konnte ich auch beide bereits spielen, um euch einen Ersteindruck zu vermitteln.
Langsam steigt auch in mir die Vorfreude auf die SPIELdigital. Ich kann mir noch immer nicht wirklich vorstellen, wie das alles ablaufen soll, aber ich freue mich auf die vier Tage. Spieler persönlich zu treffen gehört jedes Jahr zu meinen Highlights, genauso wie Spiele ausländischer Verlage zu ergattern. Letzteres wird nun leider nicht so einfach möglich sein, wie mir die Lieferung von Furnace aus Russland zeigte. Obwohl es einige Wochen dauerte, so ist es immerhin eingetroffen und ich kann nun meine ersten Eindrücke mit euch teilen. Auf den Karten befinden sich keine Texte, alles wird über Symbole vermittelt, daher ist lediglich die Anleitung sprachabhängig.
Nach Neuauflagen von Las Vegas und The Castles of Burgundy, aka Die Burgen von Burgund, ist der dritte Teil der neu gestarteten alea-Serie endlich ein vollkommen neuer Titel. The Castles of Tuscany erinnert nicht nur vom Titel an The Castles of Burgundy, es verwendet auch ähnliche Plättchen, die ebenso bei jeder Platzierung einen Effekt auslösen.
Uwe Rosenberg liebt es Mechanismen weiter zu entwickeln und verschiedene Spiele daraus entstehen zu lassen. Beim neuesten Titel in der blauen Feuerland-Reihe bringt er den Tiervermehrungsmechanismus mit einem Polyomino-Plättchenlegespiel zusammen. Heraus kommt New York Zoo. Ein Titel, der übrigens keinen speziellen Zoo referenziert. Er sollte international verwendet werden können, ohne horrende Lizenzkosten zahlen zu müssen. Mich erinnert das Setting unweigerlich an Madagascar, bei dem unter anderem Pinguine einem New Yorker Zoo entfliehen. Auch bei New York Zoo könnten sich die Tiere nach Freiheit sehnen, wenn sie dicht an dicht die Zoogehege füllen.