
Es ist Freitagabend, der zweite Tag der SPIEL.digital neigt sich dem Ende zu. Jedenfalls für mich, die Inhalte der größten Spielemesse können dieses Jahr erstmalig durchgängig konsumiert werden. Wenn auch nicht in ganz gewohnter Weise.

Es ist Freitagabend, der zweite Tag der SPIEL.digital neigt sich dem Ende zu. Jedenfalls für mich, die Inhalte der größten Spielemesse können dieses Jahr erstmalig durchgängig konsumiert werden. Wenn auch nicht in ganz gewohnter Weise.

Ich habe auf diesem Blog nun schon einige Escape Room-Adaptionen für den Spieltisch vorgestellt, allen liegt die gleiche Idee zu Grunde: Das Erlebnis eines Escape Rooms mit all seinen Rätseln und Aufgaben, die gelöst werden müssen, um zu entkommen, einzufangen und in eine Box zu packen. 2016 fingen die ersten Verlage damit an, doch dieser Trend ist noch lange nicht vorüber. Immer wieder tauchen neue Anbieter auf und alle finden einen etwas anderen Weg der Umsetzung. Viele dieser Titel bleiben durch Erweiterungen dauerhaft am Markt. Für mich als Rezensent bleibt es schwer, darüber zu berichten. Solche Spiele sind für eine Gruppe nur ein einziges Mal spielbar, danach ist die Lösung schließlich bekannt, daher kann auch nur der grobe Spielablauf mit seinen Mechanismen beschrieben werden. Ich habe nun beschlossen keine einzelnen Rezensionen mehr zu den vielen Escape Room-Adaptionen und dessen Erweiterungen zu verfassen, sondern über mehrere gemeinsam berichten, wenn wieder ein paar durchgespielt wurden. Gleiches gilt für einmalig spielbare Kriminalspiele.
Normalerweise versuche ich jedes Jahr Eintrittskarten für die SPIEL verlosen zu können. Doch wurde aufgrund der aktuellen Pandemie die SPIEL’20 auf kommendes Jahr verschoben. Zur alternativ stattfindenden SPIEL.digital gelangt ihr kostenfrei unter SPIEL.digital. Sämtliche Messe-Highlights sollen dabei so gut wie möglich digital angeboten werden: Vorstellung der neuen Spiele, Spielerunden, Interviews, Panels, Einkaufsmöglichkeiten, usw. Sogar eine Online-BrettSPIELcake-Aktion wird es geben.

Das letzte große Event vor der SPIEL ist immer der Pegasus Pressetag, zu dem sich normalerweise viele Medienschaffende auf den Weg nach Friedberg machen, um vor Ort die vielen Neuheiten im Programm von Pegasus Spiele kennen zu lernen. Da wir alle aufgrund der aktuellen Situation diese Reise nicht antreten konnten, brachte Pegasus das Event zu uns nach Hause. Vier Spieleneuheiten und lokale Spezialitäten kamen zuvor per Post, am Abend selbst trafen wir uns mit über 60 Teilnehmern in einer Zoom-Konferenz.

10 Jahre ist es nun schon her, dass der erste Preisträger des Kennerspiel des Jahres, 7 Wonders, veröffentlicht wurde. Das Spiel von Repos Production ist im Vertrieb bei Asmodee, die in letzter Zeit vor allem ihre Klassiker in den Fokus stellen möchten. Dafür bekommt das erfolgreiche Spiel nun nicht nur ein leicht geändertes Äußeres, sondern auch gezielte Regelanpassungen.

Die Kosmos Pressetage gibt es schon seit mehr als zwei Jahrzehnten, in den vergangenen Jahren durfte auch ich daran teilnehmen. Seit 2017 wird das Event immer zentral im Kloster Haydau in Morschen durchgeführt. Davon wurde dieses Jahr Abstand genommen, 2020 verändert eben alles. Für den Kosmos-Verlag noch lange kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, sie verlegten das Event einfach in die Wohn- bzw. Spielzimmer der Teilnehmer. Und so trafen wir uns vergangenen Freitag zu einer großen Zoom-Konferenz, um lecker zu essen, miteinander anzustoßen und vor allem gemeinsam neue Spiele des Kosmos-Verlags kennen zu lernen. Fast so wie vor Ort.


Schon über vier Jahre ist es her, als Friedemann Friese mit einer Marketing-Aktion Aufsehen erregte. Er wollte den Spielern seine neueste Kartenspiel-Idee vorurteilsfrei unterjubeln, weshalb er kommentarlos 150 Exemplare versendete oder bei Spieletreffs einfach liegen gelassen hat. Es gab viel weniger Reaktionen, als es der Autor erhofft hatte, dennoch war es in meinen Augen eine ziemlich gelungene Marketing-Aktion, wie wir sie in der Brettspielszene nur selten erleben. Zwei Jahre später machte Mattel Schlagzeilen mit der Ankündigung Scrabble in Buchstaben YOLO umzubenennen, um mehr junge Spieler anzusprechen. Es wurde extra ein Video mit MC Fitti gedreht, um der Pressemitteilung mehr Glaubwürdigkeit zu schenken, am Ende war es aber doch nur eine Finte. Und nun, weitere zwei Jahre später, tauchen mysteriöse Postkarten auf…


Das Jahr 2020 kam für uns alle anders als erwartet, viele Veranstaltungen mussten abgesagt werden, auch unsere geliebte SPIEL im Oktober. Stattdessen wird es eine SPIEL.digital geben, auf die wir alle sehr gespannt sein können. Es wird sicherlich kein vollwertiger Ersatz, dazu fehlen einfach die persönlichen Kontakte, die zumindest für mich das Messeerlebnis immer zu etwas ganz besonderem machen. Dennoch werden auch in diesem Herbst Spiele erscheinen, über die es sich zu berichten lohnt. Die Conspiracy von Pegasus und die Spiele Offensive Online Expo haben vorgemacht, wie solche Veranstaltungen aussehen können. Mich haben die präsentierten Inhalte positiv überrascht, es waren einige interessante Formate dabei.


Es gibt Spiele, die kennt eigentlich jeder, auch Personen, die sich nur selten mit Spielen beschäftigen. Ich habe noch nie erlebt, dass ich jemandem Kniffel oder Memory erklären musste, diese Begriffe sind einfach überall bekannt. Solche Spiele sind auch überall erhältlich. Doch unter Brettspielern sind diese Spieler eher weniger beliebt. Weil sie sich nicht frisch anfühlen, weil die Mechanismen überholt erscheinen. Dennoch scheint die Nachfrage da zu sein, der Mensch kauft eben gerne, was er kennt. Oft fehlt die Bereitschaft sich neue Regeln zu erarbeiten, bei bekannten Spielen ist das nicht notwendig. Und wer moderne Brettspiele nicht kennt, weiß eben auch nicht was er verpasst. Warum also nicht mit etwas ködern, dass sich so ähnlich spielt, aber dennoch einen eigenen Kniff bereit hält, der es frischer wirken lässt. Ich habe mir einige solcher Spiele angeschaut, die aktuell erschienen sind und möchte euch diese nun vorstellen.

Heute möchte ich euch drei Spiele vorstellen, die allesamt als Kartenspiele einzuordnen sind, sogar alle den Zusatz “Das Kartenspiel” bzw. “The Card Game” tragen, aber noch eine weitere Gemeinsamkeit aufweisen: Schafe. Und das ist auch der Hauptgrund, wie diese drei Spiele es geschafft haben, meine Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Shaun das Schaf kann man häufig bei der Sendung mit der Maus sehen, ein Grund für mich dort auch heute noch regelmäßig einzuschalten. Das Kartenspiel sollte sich nicht, wie die meisten anderen Shaun das Schaf-Spiele, explizit an Kinder richten, sondern ein lockeres Kartenspiel für die ganze Familie sein. Super Farmer ist bislang komplett an mir vorbei gegangen, doch das zugehörige Kartenspiel zog auf der SPIEL’19 meine Blicke auf sich. Warum genau, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Und Sunflower Valley gab es bereits als Würfelspiel, wenn auch leider bisher noch nicht auf deutsch erschienen. Das Kartenspiel war zur SPIEL’19 noch überhaupt nicht offiziell auf dem Markt, ich hatte das Glück das Ausstellungsstück aus der Neuheitenshow mit nach Hause nehmen zu dürfen.